Tag 23   Arnstein(Franken) nach Fuchsstadt

Ich bin früh auf. Nach dem Frühstück mache ich mich auf, mit dem Bus nach Arnstein zu gelangen. Leider habe ich mich in der Abfahrtszeit gestern geirrt, so dass ich 50 Minuten auf dem Bus im Zentrum waren muss. Ein anderer Bus bringt mich an den Ortsausgang, wo mich ein Netto Markt samt Getränkemarkt auf ein Kaltgetränk einlädt. Der Bus ist pünktlich und ich bin wenig später in Arnstein.

Arnstein verlasse ich wenig später über eine steile Straße, die in eine lange Treppe mündet. So werden wenigstens die ersten Höhenmeter früh am Tag absolviert. Das Wetter meint es gut mit mir und ich wandere durch die ausgedehnten Getreidefelder Unterfrankens. Die Sonne strahlt und ich fange an zu schwitzen. In Altbessingen scheitert mein erster Versuch meine Getränkevorräte zu erneuern. Ich habe ja nur einen Liter Wasser dabei. Gleiches passiert in Wülfershausen. Wenigstens habe ich die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Aus Wülfershausen führt mich ein Prozessionsweg zur Vierzehnheiligenkapelle. Dunkle Wolken ziehen auf und mir ist als tröpfle es. Mit einem Rollerfahrer tausche ich mich über die Wetterprognose aus und entscheide den Mittelweg. Rucksacküberzug, aber weder Regenjacke noch -hose. Ich folge einem Weg, der im Wald aufzuhören scheint. Da die Straße, die ich nachher, so hoffe ich, treffe, gut höre setzte ich meinen Weg auf undeutlicher Pfadspur fort. Es geht bergab und an einer Weide samt Zuweg erreiche ich einen geschotterten Weg, der nun wieder steil bergan führt.

Ich bin gut in der Zeit und entschließe mich eine längere Pause einzulegen. Wie gerufen erscheint da einen hölzerne im Schatten befindliche Liegebank. Ich kann in Fuchsstadt sowieso erst ab 17 Uhr einchecken. Da bleibe ich doch eine Stunde auf der Schattenbank und habe ausgiebig Zeit meine Füße zu begutachten. Keine Blasen. Na ja, eine Kleine am kleinen Zeh des linken Fußes tut sich langsam auf. Zum Glück beeinträchtigt die mich nicht.

Weiter geht es. Das kurze Stück noch rauf und in den Wald. Die Tage bin ich keinem Wanderer begegnet. Zwei Radfahrer überholen mich auf Mountainbikes. Die sind schnell weg. Mein Durat ist nicht weg. An einer Streuobstwiese treffe ich einen Bauern samt Frau auf einem Trecker, der mäht. Ich gehe an ihnen vorbei und plötzlich überholt mich der Traktor und bleibt vor mir stehen. Es entspinnt sich ein „Woher-wohin-weshalb-Gespräch“. Der Bauer erklärt, er habe an einem Grundstück ein paar hundert Meter von hier, zwei Flaschen Bier unter einer Bank deponiert. Wenn ich wolle, könne ich … Ich lehne dankend ab, führt mein Weg doch weiter gerade aus und in gut einer Stunde bin ich am Ziel.

Ich quere die Straße und in einem Wald stutze ich. Was höre ich da? Das klingt wie … Feuer aus Sturmgewehren. Zumindest vollautomatische Waffen, da bin ich mir sicher. Ich konsultiere komoot, das mir anzeigt, der Truppenübungsplatz Hammelburg ist ca. 1,5 Kilometer entfernt und der Wind kommt aus der Richtung. Kann das sein? Plötzlich ist es wieder still. Habe ich mich geirrt? Nein, erneut Schussgeräusche. Muss Hammelburg sein.

In Fuchsstadt verlaufe ich mich, da ich die Anschrift meines Quartiers vergessen habe. Es ist auch erst 16 Uhr und ich bin eine knappe Stunde zu früh dran. Macht nix, die Wirtin meinte ich könne im Biergarten warten. Um halb fünft trifft die Kellnerin ein, die mir erstmal was gegen meinen Durst bringt, bevor ich um 17 Uhr mein Zimmer beziehen kann. Hungrig wie ich bin, esse ich erstmal – ich sitze ja im Biergarten - und bringe mich erst anschließend in Ordnung.

Heute bin ich nach gut 4 Stunden Gehzeit und knapp 20 Kilometer Strecke bei 340 Höhenmeter Anstieg in Fuchsstart angekommen, das zwar einen Fuchs im Wappen trägt, aber nichts mit dem selbigen Tier zu tun hat. Der Name stammt vom germanischen Namen „Fuchssio“ und „statt“ wie Wohnstätte ab, erklärt mir ein Schild im Zentrum.

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