Tag 24 Fuchsstadt nach Oberthulba
Ich bin früh auf. Nach einen ausgiebigen Frühstück, die Erfahrung aus den beiden vorangegangenen Tagen haben mich schlauer werden lassen , mache ich mich nach Oberthulba auf. Dort kann ich auch erst nach 17 Uhr einchecken. Eigentlich egal, denke ich.
Schon zu Anfang gehe ich hundert Meter in die falsche Richtung. Egal, dort ist eine Volksbank und da meine Bargeldvorräte – in Franken zahlt man bar – schwinden, nutze ich die Gelegenheit Geld abzuheben.
Ich halte mich nun östlich und quere die B 287 und gehe an einer Rasthütte vorbei ein Stück die Fränkische Saale aufwärts. Bei der Westheimer Mühle führt mich eine Brücke in den gleichnamigen Ort. In Westheim muss ich an einer Bahnschranke warten, bis der Bummelzug vorbei ist. Nun wird es ernst. Er geht halbwegs steil und gerade bergan. Erst an der Hangkante kippt der Weg nach links in den Wald hinein. Ging besser als gedacht. Der zweite längere Anstieg kommt ja auch erst noch. Ich erreiche den Schatten der Bäume und der Weg verläuft nun westwärts mit Blick auf das Tal der Saale und wird immer flacher bis er eben im Wald auf halber Hanghöhe auf weichem Waldboden dahinführt.
Eine halbe Stunde später geht es nun wirklich lange und steil bergauf. Zum Glück im Wald und im Schatten. Ich habe Zeit und so entscheide ich mich an der nächsten Liegebank im Schatten Pause zu machen und erst mal was zu trinken. Wie gestern finde ich eine Solche im Schatten knapp unterhalb der Kuppe. Dort bleibe ich und leere meinen Getränkevorrat, sind doch etwa die Hälfte der Strecke und fast alle Steigungen geschafft. Beinahe nicke ich ein. Zum Glück weckt mich ein in der Ferne vorbeidonnernder Traktor.
Irgendwann wird mir die Zeit zu lang und ich entscheide mich weiterzugehen. Bergab geht es immer Thulba zu. Der Weg führt immer durch den Wald, so dass ich immer im Schatten gehen kann. Die Sonne brennt ganz schön. In Thulba finde ich eine Kneippanlage im Schatten, die sogar einen Trinkbrunnen hat. Ich kneipe eine einzige Runde – das Wasser ist mir einfach zu kalt – und lasse mich zu trockenen meiner Füße auf den dortigen Bänken nieder. Der Trinkbrunnen wird ebenfalls genutzt. Ich bin allein, also mache ich Musik an ohne zu bedenken, dass das ganz schön Akku frisst.
Kurz vor 16 Uhr setzte ich meinen Weiterweg fort. Es sind noch ca. zwei Kilometer nach Oberthulba-Weitner, wo mein Hotel „Waldesruh“ steht. In der Ortsmitte ist mein Handy ist schwarz. Akku unter 5 Prozent. Im Hotel gibt es Strom, hoffe ich. Ich komme an der „Waldesruh“ an. Aber keine Rezeption. Nur ein Zettel. „Wir haben Ihnen den Code für den Schlüsselkasten samt Zimmernummer per E-Mail zugesandt. In Notfällen bitte anrufen“. Super. Kein Akku. Was tun? Ich frag´ mal die Nachbarn. Die sind allerdings wenig auskunftsfreudig. Ich brauche Strom um anzurufen. In der Ortsmitte war ein Schneiderladen. Ob ich da Strom bekomme? Ein Ladekabel habe ich ja. Also zurück. Tatsächlich lässt mich die nette Schneidermeisterin meinen Akku eine gute viertel Stunde laden, so dass ich anrufen und meine Zimmernummer samt Zugangscode zum Schlüsselkasten in Erfahrung bringe.
Kein Abendessen im Hotel. Aber die Schneiderin hat mir „Kessler“ in der Nähe empfohlen. Manchmal hilft es mit dem Menschen zu sprechen. „Kessler“ ist die andere Gaststätte im Ort, die mir ein wohlschmeckendes Abendessen bietet und ich kann sogar unbar zahlen. Doch noch alles gut gegangen. Ich brauch´ eine Powerbank, damit mir das nicht noch einmal passiert, beschließe ich.
Heute bin ich nach knapp 3 Stunden Gehzeit knapp 14 Kilometer Strecke bei 320 Höhenmeter Anstieg in Oberthulba mit dem Tag zufrieden.